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Die Informationen auf dieser Seite ersetzen
niemals den Gang zum Tierarzt!
Mit
der Haltung eines Haustieres zwingt man das Tier in eine Abhängigkeit
vom Menschen. Die bedeutet im Gegenzug aber auch eine besondere
Fürsorgepflicht! Jedes Lebewesen hat das Recht darauf, nicht unnötig
leiden zu müssen. Ein krankes oder verletztes Tier gehört in die Hände
eines kompetenten Tierarztes!
Um uneinsichtige Tierhalter erst gar nicht in Versuchung
zu führen, selbst Tierarzt zu spielen, gibt es hier keine genauen.
sondern lediglich generell gehaltene Behandlungshinweise.
Auswahl und Dosierungen von Medikamenten und Art der Anwendung erfährt
man beim
Tierarzt oder Tierheilpraktiker.
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I. "Sportverletzungen"
wie Quetschungen, Stauchungen, Prellungen, etc.
Hamster klettern und turnen ebenso gerne wie ungeschickt. Auch bei
größter Vorsicht im Hinblick auf die Käfigausstattung läßt es sich
leider nicht vermeiden, dass sich die Tiere verletzen. In Watte packen
können wir sie ja nicht!
Verstauchungen können
z.B. gut mit dem Mittel Traumeel
behandelt werden.
Auch gegen
Quetschungen gibt es Salben.
Meist klingen
diese Beschwerden nach 7 bis 10 Tagen ab.
Begleitend sollte
der Hamster sich wenig bewegen. Hamster neigen dazu, sich trotz der
Verletzungen bewegen zu wollen. Das ist kein Zeichen dafür, dass das
alles halb so schlimm ist. Es ist vielmehr so, daß ein Hamster ein
Fluchttier ist, welches genetisch darauf getrimmt wurde, sich selbst
mit Knochenbrüchen noch schnell zu bewegen (also zu flüchten).
Und genau das
macht der Hamster auch dann, wenn es keinen Grund zur Flucht gibt.
Unser Hamster Pepe humpelte mitleidserregend mit seinem bei einem Sturz
verstauchten Bein. Das hielt ihn jedoch keineswegs davon ab, im Laufrad
zu
laufen.
Das bedeutete:
verschärfte Käfighaft. Eine Woche lang wurde das Laufrad entfernt und
Auslauf verboten.
Teddyhamster
Ernie hatte es geschafft, sich die Hoden zu quetschen. *seufz*
Unschöne Folge davon war später ein
Abszeß (dazu weiter unten).
II.
Knochenbrüche
Knochenbrüche haben häufig ihre Ursache in falschen Laufrädern.
Laufräder mit offener Lauffläche und Schereneffekt sind absolut
ungeeignet und ein Beinchen, das sich irgendwo im Laufrad verfängt und
dabei schlimm verletzt wird, ist eine häufige Folge. (mehr Infos zu Laufrädern: klick )
Aber auch andere Ursachen sind möglich: Stürze, Gefahren beim Auslauf
oder auch Bissverletzungen bei Gruppenhaltung.
Die Behandlung eines Knochenbruchs ist sehr schwierig, aber nicht
völlig aussichtslos. Die größte Schwierigkeit ist der Umstand, dass der
Hamster anfangen wird, Fixierungen des Beines, die außen angelegt
werden, in jedem Fall abzunagen.
Deshalb werden Knochenbrüche meist auch nur durch die Gabe von Traumeel
und ggf. Salbe und/oder eines Schmerzmittels behandelt. 
Hinzu kommt strenge Inhaftierung. Für einen gewissen Zeitraum wird der
Hamster all seiner Klettermöglichkeiten und auch seines Laufrades
beraubt. Ein Großteil der Hamsterbehausung wird abgetrennt oder der
Hamster muß gleich in eine kleinere Behausung umziehen. Das macht dem
Tier keinen besonderen Spaß, aber es ist die einzige Möglichkeit, dass
das Bein doch wieder zusammenheilt. In der Regel wird es aber nie
wieder richtig zusammenwachsen. Aber solange es einigermaßen funktional
zusammenwächst und das Tier nicht behindert oder gar schmerzhaft ist,
können sowohl Hamster als auch der Hamsterhalter ganz gut damit leben.
Diese
süße Dsungidame war das Opfer einer Bissattacke. Das Bein ist
mittlerweile zwar noch etwas dicker, aber ansonsten wieder völlig okay
und belastbar. (mit Dank für die Überlassung der Fotos
an Debby R.)
Schlimmer ist es dann schon, wenn der Knochen so unglücklich gebrochen
wurde, dass er in einer völligen Fehlstellung wieder zusammenwachsen
würde oder gar die Haut von innen verletzt. Solche Brüche müssen
behandelt werden. Hier kann nur versucht werden, den Bruch zu fixieren
und das Beste zu hoffen.
Dieser Teddyhamster
hatte ein kompliziert gebrochenes Bein mit einem verschobenen Bruch.
Die Knochen wurden operativ mit Drahtstiften fixiert und das Bein dann
mit einer aushärtenden Masse
umwickelt.
Auf dem Röntgenbild sieht das dann folgendermaßen aus:


Links ist die Tibiafraktur vor der OP
zu sehen, rechts nach der OP. Die Drahtstifte stecken in der gelben
aushärtenden Masse, die oben auf den Fotos zu sehen ist.


Nach drei Wochen wurde der Hamster nochmal operiert und die Stifte
entfernt.
Der Hamster kann den Fuß normal gebrauchen.
Das Bein sieht etwas schief aus, aber die Funktionalität des Fußes und
auch der Zehen ist nur wenig bis gar nicht beeinträchtigt.
(mit Dank für die
Überlassung des Fotos an Sven L.)
III.Tumore
Tumore treten häufig bei älteren Hamstern auf und da ganz
besonders bei speziell gezüchteten. So stehen weiße Hamster in dem Ruf,
ganz besonders anfällig für die Bildung von bösartigen Tumoren zu sein.
Gutartige Tumore werden meist nicht behandelt. Homöopathisch hörte
ich von dem Mittel "Tarantula", aber mir liegen bislang keine
detaillierten Erkenntnisse darüber vor.
Der
kleine Robo hat noch 9 Monate gut mit diesem Tumor gelebt und ist dann
friedlich an Altersschwäche gestorben. Der Tumor hat ihn nicht
behindert oder gestört. Das Fell hat Cici altersbedingt verloren. (Vielen
Dank für die Überlassung des Fotos an Dagi W.)
Bei bösartigen Tumoren kann der Versuch unternommen werden, eine
Operation durchzuführen.
Leider ist die Sterblichkeit während und nach einer OP sehr hoch.
Wenn ein Tier die OP überlebt, kann es zu Komplikationen in der
Aufwachphase kommen.
Durch Kreislaufversagen stirbt das Tier dann kurz nach der OP.
Ferner sind die Tumore oft derartig aggressiv, dass sie sich kurze
Zeit nach der OP wieder neu bilden. "Kurze Zeit" meint dabei wirklich
kurz und bezieht sich auf einen Zeitraum von nicht einmal einem Monat.
Wer sich dennoch für eine OP entscheidet, sollte sich nach einem
Tierarzt umhören, der auch bei Hamstern eine Inhalationsnarkose
anbietet. Diese hat gegenüber der herkömmlichen (und immer noch weit
verbreiteten) Injektionsnarkose den Vorteil, dass sie besser zu dosieren
und besser verträglich ist. Die Sterblichkeitsrate bei der
Inhalationsnarkose liegt deutlich unter der der Injektionsnarkose.


Die pearlfarbene Dsungarin Kleopatra
entwickelte ihren ersten Tumor im Oktober 2004 (Bild 1).
Kurz darauf war der Tumor schon
wesentlich gewachsen (Bild 2).
Bild 3 entstand im April 2005, einen
Tag vor ihrem Tod.
Als Kleo 2 weitere Tumore ausbildete,
entschlossen wir uns zur Operation. Die Operation selbst verlief gut,
sie ist auch nochmal kurz wieder zu sich gekommen, aber dann wenige
Stunden nach der OP an akutem Kreislaufversagen gestorben.
IV. Abszesse
Nicht zu
verwechseln mit bösartigen Tumoren sind Abszesse.
Ein Abszess ist
eine lokal eitrige Entzündung. Behandelt wird ein Abszess so, daß eine
Abszeßspaltung herbeigeführt wird und eine anschliessende
Wundbehandlung durchgeführt wird. Auch wenn es nicht ausgeschlossen
werden kann, dass sich der Abszeß erneut bildet, sind die
Heilungschancen doch sehr gut.

VI.
Fellverlust/ Fellprobleme
Fellverlust kann
unterschiedlichste Ursachen haben.
Die vermutlich
häufigsten Ursachen sind ungebetene Gäste, also Milben, oder
Pilzinfektionen.
Beides erfordert
längere Behandlungen.
Man kann leider
wenig vorbeugend machen. Milben oder Pilzsporen kann man sich von
überall her einfangen, sei es durch das Futter, durch das Heu, durch
die Einstreu, von draußen mit hereingetragen, etc.
Die kleinen
schwarzen Kornkäfer, die man manchmal im Futter oder in der Einstreu
findet, sind übrigens KEINE Milben. Die Viecher sind allenfalls lästig,
aber nicht gefährlich.
Um Milben
vorzubeugen kann es ratsam sein, Futter vor der Verfütterung
einzufrieren. Wichtig ist, dass das Gefriergefäß so lange luftdicht
verschlossen bleibt, bis das Futter wieder vollständig aufgetaut ist
und Zimmertemperatur erreicht hat. Sonst kann es nämlich passieren,
dass das Futter beim Auftauen beschlägt und sich durch die Feuchtigkeit
schnell Schimmel bildet.
Pilz wird von
Tierarzt durch Hautgeschabsel, Pilzkulturen und/oder Untersuchung mit
einer speziellen Lampe (der sog. Woodschen Lampe) nachgewiesen.
Die Diagnose von
Milbenbefall kann auch oft nur durch den Tierarzt erfolgen, da einige
Milbenarten so klein sind, dass man sie nur unter einem guten Mikroskop
erkennt.
Demodikose (generalisierte Form, ausgelöst durch Demodex aurati oder Demodex criceti)
Die Fotos zeigen den Verlauf innerhalb von gerade mal sechs Wochen.
Trotzdem die Haut so schlimm aussieht, hat der Hamster keinen Juckreiz
und ist zum Glück auf noch soweit munter, dass das Laufrad benutzt
und Auslauf verlangt wird. Behandelt wird derzeit mit Spot-On
Präparaten.
In einigen sehr
seltenen Fällen können Hamster auch von Läusen und Flöhen befallen
sein. Hunde- und Katzenflöhe halten sich aber nur vorübergehend auf dem
Hamster auf, falls ein geeigneter Wirt gerade nicht zur Verfügung
steht. Sobald ein solcher wieder in der Nähe ist, wird der Hund/ die
Katze bevorzugt.
Hamster mit Hautpilz (herzlichen Dank für das Foto an Dagi W.).
Wer sehen möchte, wie der süße
Kerl gesund aussieht, kann das hier tun: <<klick>>
Weitere Ursachen
von Fellverlust können auch sein
1. allgemeine
Schwächung des Tieres durch Erkrankung, Mangelernährung oder
altersbedingt
2. hormonelle
Störungen
3. Leberschäden
1. allgemeine Schwächung
Der kleine Teddyhamster Ernie war sehr schwer krank. Er überlebte sehr
geschwächt und hat aus Protest erstmal all sein Fell am Bauch und im
Gesicht abgeworfen. Nachdem Ernie wieder zu Kräften kam und sich
ausgewogen ernährt hat, kam das Fell nach kurzer Zeit von alleine
wieder.
Nicht nur eine
(vorangegangene oder noch akute) Erkrankung kann zu einer allgemeinen
Schwächung des Tieres und damit einhergehendem Fellverlust führen. Auch
eine falsche Ernährung oder einfach das hohe Alter eines Hamsters
können eine Rolle spielen.
Diese Hamsterdame hatte einen
schweren Leberschaden. Das Fell wurde immer schütterer und fiel nach
und nach ganz aus.
(Nachtrag: die süße Hamsterin sieht auf diesem Foto extrem
ermattet aus. Das liegt daran, dass dieses Foto am helllichten Tag
entstand, als ich sie für einen Tierarztbesuch leider wecken mußte.
Pepi ist mittlerweile verstorben, aber zum Zeitpunkt, als dieses Foto
aufgenommen wurde, war sie (nachts ;-)) munter, aktiv und lebensfroh)
4.
fehlendes Sandbad:
Eine weitere Ursache
für Fellprobleme kann auch ungeeigneter oder fehlender Badesand sein.
Roborovski Zwerg "Murmel" hatte ein großes Sandbad, aber er sandbadete
wenig. Verschiedene Sandbad-Formen und verschiedene Sandtypen brachten
keine Abhilfe. Er sandelte selten und als Ergebnis hatte er struppiges,
fettiges Fell ( linkes Foto).
Die letzte Idee war die, 1/3 seines Aquas mit Sand zu befüllen.
Und das brachte endlich den gewünschten Erfolg! Innerhalb von nur zwei
Tagen sah Murmels Fell glatt und gesund aus, wie auf dem rechten Foto.
Das zeigt, wie wichtig ein Sandbad für einen Zwerghamster ist!
Auch sollte auf gute Qualität des Sandes mit gerundeten Körnern wert
gelegt werden. Sonst kann das Fell schnell brüchig werden.
Wenn Fellprobleme auftreten, sollte deshalb auch immer überprüft
werden, ob ein Wechsel der Sandmarke schon Abhilfe bringt.
VII.
Zahnprobleme
Die
Schneidezähne (Nagezähne) von Hamstern wachsen ununterbrochen nach.
Sie müssen
ständig abgenutzt werden. Geeignete Nagematerialien sind harte
Hundeleckerlies und Äste/Zweige von ungespritzten Obstbäumen, Nußbäumen
und Weidenzweigen.
Neben den
üblichen Zahn- und Zahnfleischerkrankungen, die wir normalerweise von
Mensch und Tier kennen (Karies, Paradontitis, Zahnwurzelentzündungen,
etc.) können insbesondere die Schneidezähne Probleme bereiten.
Dadurch, daß die
Zähne ohne Unterlaß wachsen, können sie zu lang werden.
Der Hamster hat
Probleme bei der Nahrungsaufnahme.
Ungeöffnete
Sonnenblumenkerne sind hier ein Warnhinweis!
Die Ursache
können u.a. sein:
- angeborene Zahnfehlstellungen
- erworbene Zahnfehlstellungen,
wenn zum Beispiel ein Zahn abbricht, dann kann der Gegenzahn sich nicht
mehr abnutzen. Er wird unkontrolliert wachsen.
Gleiches gilt,
wenn ein Zahn operativ entfernt werden mußte. Der Gegenzahn muß fortan
regelmäßig im Abstand von 3 bis 4 Wochen gekürzte werden.
Im schlimmsten
Fall wachsen die Zähne in den Gaumen ein oder führen zu sonstigen
Verletzungen und Entzündungen. Das Tier hat große Schmerzen und wird
spätestens zu diesem Zeitpunkt die Nahrungsaufnahme einstellen. Der
Zustand ist spätestens jetzt lebensgefährdent und sofortige
tierärztliche Hilfe ist nötig.
Je nach Art der
Zahnproblematik reicht es, die Zähne regelmäßig zu kürzen.
Mit etwas Glück
reguliert sich die Zahnfehlstellung wieder, wenn der fehlgewachsene
Zahn stark gekürzt wurde.
Hat man dieses
Glück nicht, müssen die Zähne regelmäßig gekürzt werden.
In besonders
schweren Fällen wird man überlegen müssen, den betroffenen Zahn
operativ zu entfernen. Die OP ist sehr riskant.
Nicht nur das
übliche Narkoserisiko ist zu bedenken. Darüberhinaus gibt es die
Besonderheit, daß der Zahn bogenförmig im Kopf wächst.
Das bedeutet,
daß der Zahn eine lange Kurve im Schädel beschreibt.
Bricht der Zahn
während der Extraktion ab, wird der Zahn mit hoher Wahrscheinlichkeit
irgendwo im Inneren einwachsen.
Dem Tier ist
nicht mehr zu helfen, es kann dann nur noch erlöst werden.
gesunde
Schneidezähne
Die gelbliche Farbe ist normal.
Ebenso der kleine Spalt. Die Zähne sind auffallend beweglich.
Und: Die Zähne sind scharf. Wer einmal nähere Bekanntschaft mit
den Zähnen gemacht hat, der weiß, wie lange solche Verletzungen
nachbluten und wie tief die Wunde ist.
Falsch gewachsener oberer Schneidezahn.
Dieser Dsungi hat eine angeborene Zahnfehlstellung.
Die Zähne werden bei ihm immer problematisch sein und vermutlich sein
Leben lang gekürzt werden müssen.
VII.
Augenprobleme
Augenprobleme sind bei Hamstern keine Seltenheit.
Da
Entzündungen chronisch werden können, sollte das Tier auf
jeden Fall tierärztliche Hilfe erhalten. Der Tierarzt kann
geeignete Augentropfen, in schlimmeren Fällen auch eine
antibiotische Augensalbe, verordnen.
Wichtig! Bitte niemals mit Kamille am Auge hantieren. Kamille reizt das Auge noch weiter!
Wenn Augenentzündungen immer wiederkehren, kann ein Wechsel der Einstreuart Abhilfe schaffen.
Statt der
häufig sehr staubigen Kleintierstreu könnte auf Leineinstreu
oder Hanfstreu umgestellt werden. Diese beiden Einstreuarten sind
staubärmer.
Mittlerweile gibt es auch herkömmliche Kleintierstreu, deren Hersteller angeben, dass die Kleintierstreu staubarm sei.
Wenn ein Hamster
im Alter erblindet, so findet sich das Tier in der Regel trotzdem noch
gut zuerecht. Hamster orientieren sich nicht nur visuell, sondern auch
mit dem Gehör, dem Geruchssinn und den Tasthaaren.
Wichtig ist, dass man sich bewußt macht, dass ein blindes Tier schreckhafter ist.
Ferner sollte
die Käfigeinrichtung nicht mehr variiert werden, damit sich der
Hamster in der gewohnten Umgebung zurechtfinden kann.
So sieht ein gesundes Zwerghamsterauge (links) bzw. Mittelhamsterauge (rechts) aus.
Exkurs: Hamster und Hitze
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